Meisterstück – die praktische Prüfung im Tischler- und Schreinerhandwerk

Auf einen Blick

Das Meisterstück ist die praktische Prüfungsarbeit angehender Tischlermeister:innen und Schreinermeister:innen: ein selbst entworfenes und gefertigtes Möbel, das über den Titel entscheidet. Bei »Holz bewegt« zeigen wir seit 2009 die stärksten aus Norddeutschland.

Wer den Titel Tischlermeister oder Schreinermeister tragen will, muss ein Möbel bauen. Selbst entworfen, selbst konstruiert, selbst gefertigt, vor einer Prüfungskommission verteidigt. Das ist das Meisterstück — im Norden Tischler, im Süden Schreiner, in der Sache dasselbe.

Rechtlich heißt es „Meisterprüfungsprojekt“ oder „Meisterprüfungsarbeit“. Umgangssprachlich hat sich Meisterstück gehalten, und das aus gutem Grund: Es ist mehr als ein Prüfungsobjekt. Es ist die Antwort auf eine Frage, die man sich nach mehreren Jahren im Gesellenberuf selbst stellt: Was kann ich heute besser als am Tag der Gesellenprüfung?

Der Unterschied zum Gesellenstück ist deutlich. Beim Gesellenstück geht es darum zu zeigen, dass du das Handwerk beherrschst. Beim Meisterstück geht es darum zu zeigen, dass du eigenständig gestalten, konstruieren, kalkulieren und leiten kannst — inklusive der Fähigkeit, Auszubildende später selbst durch diese Fragen zu führen.

Häufige Fragen

Was heißt Meisterstück genau?

Umgangssprachlich der Sammelbegriff für die praktische Prüfungsarbeit im Handwerk. Rechtlich meist „Meisterprüfungsprojekt“ oder „Meisterprüfungsarbeit“. Im Tischler- und Schreinerhandwerk ein selbst entworfenes und gefertigtes Möbel.

Was kostet ein Meisterstück?

Das Material für ein anspruchsvolles Möbel bewegt sich schnell im vierstelligen Bereich, je nach Holz und Beschlägen. Dazu kommen Prüfungs- und Vorbereitungskursgebühren. Aufstiegs-BAföG deckt einen Teil.

Wie unterscheidet sich Meisterstück von Gesellenstück?

Das Gesellenstück steht am Ende der Ausbildung. Das Meisterstück steht am Ende der Meisterausbildung, mehrere Jahre und meist einen Vollzeit-Vorbereitungslehrgang später. Der Anspruch an Eigenständigkeit, Gestaltung und Kalkulation ist deutlich höher.

Ist das Meisterstück Pflicht?

Für den Meistertitel im Tischler- und Schreinerhandwerk ja. Es ist ein Modul der Meisterprüfung (Teil I), neben Fachtheorie und Betriebsführung.

Darf CNC benutzt werden?

Ja, aber nicht als Ersatz für die handwerklichen Anteile. CNC-Vorarbeiten sind zur Formgebung erlaubt, klassische Konstruktionen wie gezinkte Schubladen bleiben von Hand oder mit klassischen Maschinen zu fertigen.

Meisterstücke unterscheiden sich vom Gesellenstück nicht nur in der Konstruktion, sondern auch im Ton. Sie sind selbstbewusster, oft persönlicher — man sieht ihnen an, dass hier jemand weiß, was sie will. Unten die Meisterstücke, die es bei »Holz bewegt« bis in Wettbewerb und Ausstellung geschafft haben — Sideboards, Sekretäre, Vitrinen, Tische. Manche haben Preise geholt, alle haben eine Prüfung bestanden.

18 Entwürfe aus Meisterstücke