Recyclingspiele
SpieltischNachhaltigkeit ist das Motto – und unsere Antwort darauf ein Spieletisch aus alten Mülleimern. Im…
Holzspielzeug ist bei »Holz bewegt« kein Nebenschauplatz: 33 Entwürfe zeigen, wie viel gestalterische und handwerkliche Tiefe in einem Murmelspiel oder einer Babywiege steckt – nachhaltig gedacht, sicher verarbeitet.
Holzspielzeug ist mehr als ein nostalgischer Rückgriff. Es ist ein eigenes Designfeld mit eigenen Anforderungen: Griffigkeit für kleine Hände, splitterfreie Kanten, unbedenkliche Oberflächen, Robustheit für den Alltag – und trotzdem soll es überraschen, zum Spielen einladen, Fantasie wecken.
Bei »Holz bewegt« reicht die Bandbreite von fantasievollen Murmelspielen über alternative Kommunikationsobjekte bis zu wandelbaren Möbelstücken mit Spielwert. Manche Entwürfe entstehen in Berufsschulklassen, andere in Projektwochen oder aus eigener Initiative junger Gestalter:innen.
Holzspielzeug hat in Norddeutschland und darüber hinaus eine lange Tradition – von einfachen gedrechselten Figuren bis zu den durchdachten, reduzierten Formen, die Designklassiker der Nachkriegszeit prägten. Diese Haltung, Sicherheit und Funktion ohne Verzicht auf gestalterischen Anspruch, wirkt bis heute nach.
Was sich verändert hat: Nachhaltigkeit ist heute kein Zusatzargument mehr, sondern Ausgangspunkt. Viele der hier gezeigten Entwürfe entstehen aus Reststücken, als Upcycling-Projekt, mit dem Anspruch, über Generationen zu halten statt nach einer Saison im Müll zu landen.
Vom Murmelspiel „flikka“ über die Babywiege „Woge Kiel“ bis zum Stapelwürfel-System: Die Entwürfe aus diesem Thema zeigen, wie unterschiedlich Holzspielzeug gedacht werden kann – mal als Einzelstück mit persönlicher Geschichte, mal als durchdachtes System für den wiederholten Einsatz in Kita oder Schule.
Auffällig viele Arbeiten entstehen im Klassenverbund, als gemeinsames Projekt einer Berufsschulklasse oder Schulgruppe. Manche gehen dabei über das reine Spielobjekt hinaus und regen zur Begegnung an, wie einige Entwürfe aus dem Bereich Soziales Möbeldesign zeigen. Das macht dieses Thema auch für Lehrer:innen als Multiplikatoren interessant: Wer mit Kindern arbeitet, findet hier konkrete, nachahmbare Beispiele.
Alles, was primär zum Spielen gedacht ist und überwiegend aus Holz besteht – von klassischem Spielzeug über Spielmöbel bis zu interaktiven Objekten. Entscheidend ist die gestalterische und handwerkliche Auseinandersetzung, nicht die Kategorie im engeren Sinn.
Für die Teilnahme am Wettbewerb selbst nicht zwingend, da es sich um Ausstellungsstücke handelt. Wer sein Spielzeug später verkaufen möchte, sollte sich mit der Spielzeugnorm EN 71 auseinandersetzen – dazu beraten euch am besten eure Berufsschule oder die Handwerkskammer.
Ja. Mehrere der gezeigten Arbeiten sind Gemeinschaftsprojekte aus Berufsschulklassen oder Projektwochen. Eine Einzelperson muss als Ansprechpartner:in benannt werden.
Verbreitet sind unbehandelte, robuste Massivhölzer wie Buche, Ahorn oder Esche – splitterarm und gut zu verarbeiten. Wichtiger als die Holzart ist meist die saubere Verarbeitung von Kanten und Oberflächen.
Bei »Holz bewegt« steht die individuelle gestalterische Idee im Vordergrund – nicht Serienfertigung. Viele Entwürfe reagieren auf ein konkretes Bedürfnis (z. B. Kinder am Strand, Klassenreisen, Inklusion) statt auf einen Massenmarkt.
Wer heute mit gut gestaltetem, nachhaltigem Holzspielzeug aufwächst, entwickelt früh ein Gespür für Material und Handwerk. Das ist genau der Nachwuchs, den »Holz bewegt« sichtbar machen will – ob als Tischler:in, Designstudent:in oder einfach als jemand, der Holz zu schätzen weiß.