
Exzentisch
Schreibtisch4. Publikumspreis 2025
„Exzentisch“ ist ein wandelbarer Schreib- und Zeichentisch, der mittels eines exzentrischen Körpers in zwei Positionen…
Seit 2009 vergibt die Jury von »Holz bewegt« alle zwei Jahre Preise an Nachwuchs bis 35 aus dem Norden – an Azubis, Meisterschüler:innen, Studierende und ganze Schulklassen. Hier steht, was die ausgezeichneten Stücke gemeinsam haben, warum ein Gesellenstück dabei ganz vorn landen kann und wo du sie anfassen darfst.
Die dickste Lackschicht gewinnt hier nichts. Die Jury schaut, ob die Idee trägt, ob die Umsetzung hält, was sie verspricht, und ob Material und Konstruktion zusammenpassen. Dafür guckt sie auch mal unter die Platte.
Was dabei herauskommt, ist erstaunlich verschieden. Jocker ist ein Sitzmöbel, das sich zusammenklappen lässt, ganz ohne Beschläge (Innovationspreis 2017). Light Lift ist eine schlichte Tischleuchte, die ihre Macher zwischen zwei Lockdowns entwickelt und 26-mal gebaut haben (Innovationspreis 2021). Und die Dalben-Bank besteht komplett aus Recyclingmaterial – Umweltpreis 2011, lange bevor Kreislaufwirtschaft auf jedem Messestand stand.
Ein Gesellenstück muss sich hier vor niemandem verstecken. Der Schreibtisch desk holte 2017 den ersten Preis für Design, das gedrechselte Teeservice 2025 den Designpreis – beides Gesellenstücke. Daneben stehen Meisterstücke wie der ausrollbare Tisch Erwin Z. oder die Strahlende Vitrine, beide ausgezeichnet für Produktqualität.
Manchmal gewinnt auch eine ganze Klasse. Frames ist ein Beistelltisch, den eine Berufsschulklasse entworfen und in Kleinserie gebaut hat (Umweltpreis 2023). Hinter Be part steht eine Schule mit Schüler:innen aus rund 80 Nationen. Mitmachen kann, wer nicht älter als 35 ist und aus dem Norden kommt – von der Kita-Gruppe bis zur Meisterklasse. Bewertet wird das Stück, nicht der Abschluss.
Die Jury vergibt Preise für Design, Produktqualität, Innovation und nachhaltiges Design. Letzterer hieß bis 2023 Umweltpreis und ging 2025 gleich an zwei Stücke: die Bank re:collection und das Hängeregal KIILA. Dazu kommen Sonderpreise, etwa für einen ungewöhnlichen Umgang mit Furnier oder für die beste Antwort auf das Motto des Jahrgangs.
Den Publikumspreis vergeben die Besucher:innen der Ausstellung – und die haben ihren eigenen Kopf. Manchmal sind sich beide trotzdem einig: Der Zauberwürfel bekam 2015 den Preis für Produktqualität und den ersten Publikumspreis.
Getragen wird der Wettbewerb von der Initiativgruppe »Holz bewegt«, dem Museum der Arbeit, der Beruflichen Schule Holz.Farbe.Textil, der Handwerkskammer Hamburg und dem Fachverband Tischler Nord. Die Preise selbst stiften wechselnde Partner aus Handwerk und Holzwirtschaft – wer in welchem Jahr was gestiftet hat, steht in der Übersicht nach Jahrgängen.
Hinter fast jedem Preis steckt eine Geschichte, die man dem Möbel nicht sofort ansieht. Friedsieg ist ein Gesellenstück, gebaut als Widmung an den eigenen Großvater. Ein Tisch für Peter entstand aus Resten, wie sie in jeder Werkstatt in der Ecke liegen. Und An der Ostsee ist Kinderspielzeug, das mitdenkt, was passiert, wenn es am Strand liegen bleibt.
Ein bisschen Norden steckt auch in den Namen: Suutje Bark ist ein Schaukelstuhl mit Segeltuch, Suutsche eine Bugholz-Liege, De Wipp ein Schaukelstuhl, der erst kühl aussieht und dann ganz anders sitzt. Wer Platt kann, hört schon raus: Hier wird gern gemächlich geschaukelt.
Alle zwei Jahre, seit 2009. Die Preise werden zur Ausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek vergeben.
Junge Leute bis 35 Jahre aus Norddeutschland, also aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Mitmachen können Azubis, Gesell:innen, Meisterschüler:innen, Fachschüler:innen und Studierende, aber auch Schulklassen und sogar Kita-Gruppen mit einem gemeinsamen Projekt.
Die Jury vergibt Preise für Design, Produktqualität, Innovation und nachhaltiges Design (bis 2023 Umweltpreis), dazu Sonderpreise, zum Beispiel zum Motto des Jahrgangs oder für Furnierarbeiten. Den Publikumspreis vergeben die Besucher:innen der Ausstellung.
Ja. Der Schreibtisch desk (2017) und das gedrechselte Teeservice (2025) haben als Gesellenstücke den Designpreis gewonnen. Bewertet wird das Stück, nicht der Abschluss.
Auf die Idee, die handwerkliche Umsetzung und das Zusammenspiel von Material, Konstruktion und Nutzen. Bei den Sonderpreisen zählt zusätzlich, wie überzeugend sich ein Entwurf mit dem Motto auseinandersetzt.
Alle zwei Jahre seit 2009 in der Ausstellung im Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, Hamburg-Barmbek. Sie beginnt meist im Mai und läuft sechs bis acht Wochen. Anfassen und Probesitzen sind ausdrücklich erwünscht. Dazwischen gibt es alle Stücke hier im Archiv.
Manche ja. Einige Teilnehmende verkaufen ihr Stück gern, und junge Selbstständige nutzen die Ausstellung auch, um ihre Arbeit zu zeigen. Frag in der Ausstellung nach oder schreib uns über das Kontaktformular – wir stellen den Kontakt her.
Alle zwei Jahre kommen neue dazu. Darunter findest du jedes prämierte Stück mit Jahrgang und Preis – ein Klick, und du weißt, wer es gebaut hat, wo gelernt wurde und was dahintersteckt.
In echt stehen die Stücke eines Jahrgangs in der Ausstellung im Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek. Und die ist ausdrücklich zum Anfassen: probesitzen, aufklappen, Schubladen ziehen, draufklopfen. Unlackiertes Holz riecht, fühlt sich nach etwas an und klingt, wenn man anklopft. Das zeigt kein Foto. Fotos sind gut. Draufsetzen ist besser.