La Vela
SideboardEin altes Vorsegel wurde in ein Sideboard integriert: In den Rahmentüren ist Segeltuch gespannt, wobei…
Schichtweise gepresst, dauerhaft gekrümmt: 17 Entwürfe zeigen, wie Formverleimung Holz in Kurven bringt – von der Sideboard-Front bis zum Fahrradrahmen.
Formverleimung entsteht, wenn dünne Holzlagen oder Furniere schichtweise mit Leim in eine Form gepresst werden – meist unter Druck in einer Negativform oder Presse. Beim Aushärten behält das Bauteil die gewünschte Kurve dauerhaft bei, ohne dass Spannungen zurückbleiben, die das Holz später wieder zurückverformen. 17 Entwürfe aus dem Archiv nutzen diese Technik – von geschwungenen Sideboard-Fronten bis zu kompletten Fahrradrahmen aus Holz.
Formverleimung wird oft mit Bugholz verwechselt, funktioniert aber anders: Beim Bugholz wird massives Holz mit Dampf weich gemacht und dann in Form gebogen – eine einzelne Lage, ein einzelnes Bauteil. Bei der Formverleimung entsteht die Form dagegen aus mehreren verleimten Schichten gleichzeitig. Das Ergebnis ist oft stabiler und erlaubt engere Radien, weil die Spannung auf viele dünne Lagen statt auf ein dickes Stück Massivholz verteilt wird.
Formverleimte Bauteile sind nicht nur ein gestalterisches Mittel, sie tragen auch strukturell: Ein Fahrradrahmen aus geschichtetem, verleimtem Holz muss echte Kräfte aushalten, kein Schaukelstuhl darf unter Belastung nachgeben. Die Technik verbindet damit Formfindung und Konstruktion – wer formverleimt, muss beides gleichzeitig mitdenken.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde formverleimtes Sperrholz zu einem der prägenden Materialien im internationalen Möbeldesign – leicht, stabil und formbar wie kein Massivholz zuvor. Diese Tradition ist bis heute lebendig, auch bei jungen Gestalter:innen, die mit einfacheren Pressen und Formen arbeiten als die Industrie.
Mehrere dünne Holzlagen oder Furniere werden mit Leim in eine Form gepresst und härten dort in der gewünschten Kurve aus.
Bugholz biegt massives Holz mit Dampf, Formverleimung verleimt mehrere dünne Schichten gleichzeitig in einer Form – meist stabiler und mit engeren Radien möglich.
Ja, meist eine Negativform und eine Presse, die gleichmäßigen Druck über die gesamte Fläche aufbringt – von einfachen Vakuumpressen bis zu industriellen Anlagen.
Weil formverleimte Bauteile die Belastung auf viele verleimte Schichten verteilen und dadurch strukturell stabiler sind als ein einzelnes gebogenes Massivholzteil.
Beides: Das Prinzip ist über 100 Jahre alt, wurde aber vor allem im 20. Jahrhundert für Möbel populär und wird heute mit einfacheren Mitteln auch in der Ausbildung genutzt.
Von der sanften Rundung bis zum tragenden Fahrradrahmen – alle formverleimten Entwürfe im Überblick: